Ich will lernen
Augen, Ohren und alle Sinne offen haben, die Wahrnehmungen mit starken Empfindungen beleben, sich über alles Erfahrene Gedanken machen und im eigenen Tätigwerden die Welt zu ergreifen. Dazu in allem einen Sinn suchen und Fähigkeiten entwickeln: Das heißt lernen!
Dem Seelenpflege-bedürftigen Schüler sind dabei große Hindernisse in den Weg gestellt ... um so elementarer muss Lernen sein.
Über 100 seelenpflegebedürftige Kinder und Jugendliche besuchen die Schule im Haus Tobias. Mehr als die Hälfte bringt ein Fahrdienst jeden Morgen in die Schule. 45 Schülerinnen und Schüler leben im angeschlossenen internat, in dem sie in familienähnlichen Gruppen betreut werden. Die anderen Schüler kommen aus Freiburg und dem weiteren Umland.
Die Schulzeit im Haus Tobias umfasst zwölf Schuljahre, für die der Waldorflehrplan den methodischen und inhaltlichen Leitfaden bildet. Die heilpädagogisch oder sonderpädagogisch ausgebildeten Lehrer unterrichten jeweils sechs bis neun Schüler gleichen Alters, mit völlig unterschiedlichen Behinderungen. Vom fünften Schuljahr an steht für die Schüler Werkunterricht auf dem Stundenplan. Ab der zehnten Klasse werden sie in der Werkstufe an die Handwerks- und Arbeitswelt herangeführt. Hier lernen sie beispielsweise Körbe zu flechten, mit Leder zu arbeiten, Kerzen zu ziehen oder in der Hauswirtschaft tätig zu sein. Während dieser Werkstufenzeit erhalten sie weiterhin einen altersentsprechenden, allgemeinbildenden Unterricht.
Dem künstlerischen Fachunterricht wird für die individuelle Förderung der Schüler eine zentrale Bedeutung zugemessen. Entsprechend weitgefächert ist die Palette des Unterrichtsangebots: Eurythmie, Musik, Sprache und Schauspiel, Plastizieren, Schnitzen, Malen und Volkstanz.



